Entdecke das Bier in Dir


Reinheitsgebot Bio

An einem besonders lauen Abend, bei Temperaturen, die eigentlich nichts anderes als ein kühles Hopfengetränk zulassen, waren sich die zahlreichen VerkosterInnen einig: Nicht nur im Geschmack, auch in Sachen Vielfalt steht der Bio-Gerstensaft seinem konventionellen Pendant in nichts nach. Die gereichten Bio-Biere – eine Auswahl an Pils, Weizen- und Roggenbieren, Zwickl sowie Starkbieren – trafen alle den Geschmack der Gäste. Und während der / die durchschnittliche BiertrinkerIn in Kategorien von „schmeckt” und „schmeckt nicht” denkt, nahmen die geschulten Gaumen einiger Anwesender fruchtige Apfel- bzw. Bananen- oder Gewürznoten wahr.

Reinhold Barta, Bier-Sommelier und Braumeister von Gusswerk, einer der wenigen reinen Bio-Brauereien Österreichs, war persönlich vor Ort und offerierte nicht nur zahlreiche Spezialitäten aus seiner Bio-Brauerei, sondern schenkte den VerkosterInnen auch reines Bier in Sachen Braukunst ein.

Brauhaus Gusswerk | Cerevinum | Hybrid, 8,1% Vol.
Nicht Fisch, nicht Fleisch. Nein – nicht Bier, nicht Wein. Strahlender Bernstein, cremiger Schaum. So zeigt sich Cerevinum im Glas. Das Dunkle kommt dabei von Demeter-Zweigelttrauben. Genauere Fragen zum Herstellungsverfahren weicht Braumeister Barta elegant aus, nur soviel ist sicher: Eine simple Mischung aus Rotwein und Bier ist es nicht. Dazu ist Cerevinum viel zu komplex. Zauberhafte Steinobstnoten, knackige Säure und erfrischende Perlage machen das Gebräu zu einem perfekten Aperitif. Und zum Pasta-Begleiter. Nicht lagern. Trinken!

Hadmar | Das BIO Bier, 5,2 % Vol.
Der Name ist historisch. Hadmar II. von Kuenring gilt als der Gründer der Bierstadt Weitra. Genau dort, in den Brauanlagen von Weitra Bräu, wird das Hadmar auch handwerklich hergestellt. Dunkel, fast bernsteinfarben präsentiert sich das Vollbier. Deutlicher Hopfenton im Antrunk und röstig-malziges Finish. Ausgesprochen harmonisch und mild.

Kapsreiter | Stadtbräu, 4,9% Vol.
Das Stadtbräu von Kapsreiter ist ein Klassiker am Markt der Bio-Biere. Dunkel, mit deutlichen Anklängen von Orange fließt es ins Glas. Das Bier ist hefetrüb und 8 Wochen gereift. Beim Brauvorgang verzichten die BraumeisterInnen auf die Nachgüsse und verwenden ausschließlich die erste, unverdünnte Malzflüssigkeit. Das Ergebnis ist ein enorm frisches, ausgewogenes Bier mit 12,3° Stammwürze und lebendiger Bitterkeit.

Stiftsbrauerei Schlägl | Bio-Roggen, 4,9 % Vol.
Die Schlägler waren die ersten. Und eine Zeit lang auch die einzigen. Mittlerweile gibt es auch andere Bio-Roggen-Biere, aber das Schlägler Roggenbier bleibt einfach köstlich. Gebraut mit dem Urgesteinswasser des Böhmerwaldes, Roggen- und natürlich auch Gerstenmalz sowie Mühlviertler Hopfen sind die Zutaten für dieses fruchtige und mild-hopfige Bier aus Oberösterreich.

Neufeldner Bio-Brauerei | s‘Zwickl, 5,2 % Vol.
Das natürliche Zwickl-Bio-Bier aus der ersten Bio-Brauerei Oberösterreichs ist ein naturtrübes, weil ungefiltertes Bier. Alle natürlichen Schweb- und Trübstoffe sind darin noch enthalten. Deshalb schmeckt dieses würzig-süffige Bier nicht nur ganz ausgezeichnet, sondern ist auch sehr bekömmlich.

Brauhaus Gusswerk | Weizenguss | Bio-Weissbier, 5,4 %Vol.
Ein einfacher, hefetrüber, gar nicht so heller, aber dafür intensiver Trinkspaß. Ein sortentypisches Weißbier, allerdings mit ausgeprägtem Eigencharakter. Reif und fruchtig auf der einen Seite (Banane, gelber Apfel und eine Spur Zitrone), würzig und hefig auf der anderen. Warmes Weißbrot und ein Hauch von Honig. Deutlich süffiger als die drei Vorgänger.

Brauhaus Gusswerk | Steinbier|Spezialbier, 5,6 % Vol.
Das Steinbier ist ein Salzburger Bier, das nach uralter Tradition hergestellt wird. Durch heiße Steine, die in die Würze kommen, entsteht ein röstig, karamelliger Ton, der dem Bier einen Hauch von Selchspeck-Aromen gibt. Assoziativ, versteht sich. Das Bier macht extrem Spaß und vermutlich auch eine blendende Figur zum Maibock.

Brauhaus Gusswerk | Horny Betty | Triple Bock, 9,6 % Vol.
Doppelte Gärung und dreifache Maische. Lange Maischekochzeiten. Große Flasche, Korkverschluss. Geiles Ziegenkraut und eine ziemlich coole Ausstattung. Wieder so ein kräftiges, tiefdunkles Bockbier, das das Zeug für ein langes Leben hat. Glaubt man der chinesischen Medizin, sorgt das Ziegenkraut auch dafür, dass es ein erfülltes Leben ist. Geschmacklich ist das Kraut für eine dezente bittere Note verantwortlich, das ganze Bier erinnert an feinen Amontillado. Lagern!

Brauhaus Gusswerk | Dies Iræ|Barely Wine, 10,9 Vol.%
Der Name bedeutet “Tag des Zorns”, ist den humanistisch Bewanderten unter uns als Teil des Requiems bekannt und trifft damit exakt den Charakter des Biers. Das Dies Iræ präsentiert sich im Glas in sattem, dunklen Braun und riecht intensiv nach Hopfen und Kräuterauszug mit Orangenzeste. Im Antrunk überraschend fruchtig-elegant, dann aber komplex, tiefgründig und mit feinem Marzipan-Ton. Macht enorm Druck und genau so viel Spaß. Ein Bier für feine Gaumen und fürs Auge.


Dieses Tasting_forum hat nicht nur viele Bio-Bierspezialitäten ausgepackt, sondern auch (fast) alle dazugehörigen Geheimnisse gelüftet. Und trotz, oder gerade wegen der langen Liste der verkosteten Biere konnten wir am Ende des Abends ganz nüchtern feststellen: Hopfen und Malz sind alles andere als verloren und zahlreiche Auszeichnungen der letzten Jahre bestätigen, dass allerhöchste Bio-Qualität in Kombination mit traditionellem Handwerk innovative Getränke mit hohem Genusssuchtfaktor garantieren.