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24. FREILAND-Tagung

Die Gesellschaft und der Tierschutz: Rekordbesuch bei der 24. FREILAND-Tagung

Über 240 Tierhaltungsfachleute wollten am 28.9.2017 bei der 24. FREILAND-Tagung/31. IGN-Tagung mitdiskutieren, wie es nun mit der Gesellschaft und dem Tierschutz in Österreich konkret ausschaut und vor allem wie es weitergehen soll.

Tierschutz - eine Frage der Haltung
Der Tierschutz in der Gesellschaft ist so eine Sache. „Tierschutz ist mir wichtig! Österreich braucht strengere Tierschutzauflagen! Jetzt werde ich Vegetarier, denn auch in Österreichs Bio-Landwirtschaft werden in einem Stall 3000 Hendln gehalten!“ sind nur wenige der oft gehörten Statements aus „dem Volk“.
In der weitgehend reflexionslosen virtuellen Meinungswelt wird viel gefordert, aber beim konkreten, eigenen Handeln gibt man sich bescheiden. Vor allem beim Preis, denn die Leberkässemmel und das tägliche Schnitzerl dürfen nichts kosten. Wo kämen wir da hin? Das Dilemma ist nicht neu und verfolgt die Öffentlichkeit seit gut 50 Jahren. Zwischen der Produktion und den KonsumentInnen herrscht seit damals so etwas wie eine lähmende Pattstellung. Der eine wartet auf die (große) Aktivität des anderen. Die Politik hat es sich derweil in einer weitgehend neutralen Schiedsrichterposition eingerichtet.

Der weltweite Fleischkonsum steigt in dieser Konstellation Jahr für Jahr. Die Tierhaltungsqualität tut dies eher nicht. Unvorstellbare 319 Milliarden Kilogramm Fleisch produziert „die Welt“ zurzeit. Jedem/r Erdenbürger/in stehen somit rein rechnerisch 43 Kilogramm Fleisch zu. Das kommt weder der Gesundheit der Menschen zu Gute, noch der Stabilität des Ökosystems Erde und schon gar nicht den Nutztieren.

Neue Wege zu mehr Tierwohl
Schon klar, auch die engagierteste Tagung wird ein globales Problem nicht substanziell lösen können, aber nichts zu tun ist auch keine Lösung. Die 24. FREILAND-Tagung/31. IGN-Tagung stellte sich also Ende September 2017 an der Veterinärmedizinischen Universität Wien dem Problem und präsentierte zum Themenkomplex „Die Gesellschaft und der Tierschutz – Tabus und neue Wege“ neue wissenschaftliche Erkenntnisse, engagierte Initiativen, die Sicht des Handels und Gedanken der (Bio-)KonsumentInnen. Zur Diskussion standen sowohl neue Wege zu mehr Tierwohl/artgerechter Haltung als auch Beispiele für Tabus in der Nutztierhaltung.

Nicht zuletzt honorierte die 24. FREILAND-Tagung/31. IGN-Tagung Professor Troxlers berufliches Lebenswerk mit seinem Rück- und Ausblick auf die Entwicklung der tiergerechten Nutztierhaltung (in Österreich).

Die Tagung bot eine Feuerwerk an engagierten, spannenden Vorträgen, viel Raum für leidenschaftliche Diskussionen und wie jedes Jahr eine kulinarisch erfreuliche Bio-Verpflegung. Was die Gesellschaft daraus machen wird, bleibt abzuwarten. 240 ExpertInnen haben gewissermaßen versprochen, in ihrem Tun die Erkenntnisse der Tagung einzubauen und jede/r auf seine Art einen Beitrag zur Verbesserung der Nutztierhaltung zu leisten. Das ist gut so!

Die Kurzfassungen der Fachbeiträge sind im Kompendium der 24. FREILAND-Tagung/31. IGN-Tagung nachzulesen. Bestellbar ist der aktuelle Tagungsband hier.

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